Nihlathaks Tagebuch

Vorwort:

Nihlathak ist ein Character aus Diablo 2 Lord of Destruction. Vor laaaaaaaaaanger Zeit^^ gab es dazu mal einen Schreibwettbewerb auf indiablo.de. Naja,. ich begann da also für einen Dia-Npc eine Geschichte zu fabrizieren… und wer wäre dafür nicht besser geeignet als der superfiese oberbösling Nihlathak?

Allerdings stellt mein kleines Machwerk den bösen Nihi in ein anderes Licht.. (ich mag Nihi nämlich^^).

So nun die Geschichte…

————————- 

„Ich bin so müde. Was gäbe ich nicht dafür die Zeit um jenes Jahr zurück zu drehen. Aber niemand kann sie manipulieren, denn sollte ich sie verändern, wer hätte sie in der Zukunft verändert, wenn alles anders ist und eben jene Zukunft nicht existiert? Ein seltsames Paradoxon. Aber könnte ich sie verändern würde ich dies sofort tun. Nunja, der Plan war so simpel, so effektiv, fast unfehlbar. Doch es kam alles anders… 

An jenem Morgen war der Himmel pechschwarz, eigentlich hätte es bereits langsam hell werden müssen, aber es tat sich rein gar nichts. Die Luft roch abgestanden, der Wind trug keine Geräusche in sich. Die Vögel waren stumm, die Bäume rauschten nicht. Es war merkwürdig. In der Nacht zuvor hatte ich einen Traum..Ich war allein in meiner Zuflucht. Die Kerzen tauchten die Gewölbe in besonders unheimlich wirkendes Licht. Es war absolut still in den kargen Räumen. Nur wie aus unendlich tiefen Abgründen, drang ein leichter Windhauch zu mir und lies das Licht der Kerzen flackern. Dieser Luftzug schnürte mir die Kehle zu und wenn ich genauer hinhörte so trug er Stimmen mit sich. Schreckliches verkündende Stimmen. Mit der Zeit wurden sie lauter, als käme etwas auf mich zu. Ich konnte mich nicht bewegen, meine Kehle wie zugeschnürt drang kein Laut über meine Lippen. Wie eine Umarmung schlang sich der Hauch des Todes um mich und flüsterte grauenhaftes: Baal ist wieder in der Welt der Sterblichen. Schweißgebadet erwachte ich. Noch lange klang die Stimme in meinem Ohr wieder.

Der Rat der Ältesten versammelte sich angesichts jenes seltsamen Naturschauspiels. Alle waren überaus besorgt, ihnen schwante Übles. Noch konnte ich ihnen nicht von meinem Traum, oder wohl eher meiner Vision berichten. Als wir nach mehreren Stunden den Ratstempel verlassen hatten, schwebte am Himmel ein rötlicher Schimmer. Die Bewohner von Harrogath hatten sich schon vor Stunden aus Angst in ihre Behausungen verkrochen. Der einzige dem diese Dunkelheit nichts auszumachen schien war Larzuk, er schmiedete den ganzen Tag lang ein klobig wirkendes Schwert.

Die folgenden Tage waren dunkel und einsam. Niemand traute sich aus seiner Behausung ins Freie hinaus. Ich war allein im Dunkel meines Hauses. Selbst Aust verbrachte seine Zeit ganz offensichtlich mit Anya zusammen. Beide hatten, davon war ich überzeugt, eine blasse Vorahnung von dem, was die Zukunft noch bringen sollte. Eines Tages drangen seltsame, unbekannte Laute von außerhalb der Stadtmauern in unsere Häuser hinein. Erst ein leises Stöhnen, dann ein Schreien, undefinierbare Stimmen. Aust und ich stiegen die Leiter zur Stadtmauer hinauf um den eigenartigen Geräuschen auf den Grund zu gehen. 

Das fahle Licht engte unsre Blicke massiv ein, aber wir erkannten dennoch unfassbares. Verkrüppelte Gestalten trotteten auf dem geschwärzten Boden unserer eins so blühenden und fruchtbaren Heimat. Einige trugen Waffen mit sich, wobei ich den Eindruck gewann, sie seien zu schwächlich für deren Gebrauch. Als sie uns erblickten stieß einer von ihnen ein lautes Brüllen aus. Sogleich stürmten von allen Richtungen hunderte von ihnen zu unseren Stadttoren. Inmitten all dieser jämmerlichen Geschöpfe erblickten wir Baal. Er lachte uns zu, ein hämisches, bösartiges Lachen. Mit einem Augenzwinkern zog er uns, wie von Geisterhand, zu sich hinunter. So standen wir inmitten seiner Dämonenhorden. Aust war vor Angst wie versteinert, mir ging es zugegeben nicht viel anders. Was hätten wir auch gegen Baal unternehmen können? Langsam kam er näher zu uns und musterte Aust ein wenig unzufrieden: „Aust? Wieso kann man sich nicht auf dich verlassen? Solltest du nicht dafür sorgen das die Tore für mich offen stehen?“, meinte Baal mit völlig emotionsloser Stimme. Aust hingegen zitterte am ganzen Körper und stotterte zu Baal: „Baal.. verzeiht mir, ich konnte es nicht über mich bringen.“ 

Nun war mir einiges klar geworden. Nun hatte ich eine Ahnung was Aust die Stunden und Tage an denen er nicht in der Stadt war getrieben hatte. Ich war entsetzt. Wie konnte er sich nur mit Baal verbünden? Mit einem Mal packte Baal Aust wutentbrannt und zog ihn zu sich heran. Er flüsterte ihm irgendetwas ins Ohr, was ich akustisch jedoch nicht verstand. Dann drehte Baal ab und lies Aust ziemlich unsanft auf den kargen Erdboden fallen. Ich war noch immer entsetzt… doch sogleich erstaunt, dass Baal ihn nicht sofort getötet hat. Es war seltsam, die Dämonen folgten Baal brav und nach wenigen Minuten waren wir allein. Nur ein leises Röcheln war von Aust zu vernehmen. Ich trat näher an ihn, meinen besten Freund, dem Verräter heran. Was hatte er sich nur dabei gedacht? Unter offenbar schrecklichen Schmerzen gestand er mir sein Vorhaben. Mit gequälter Stimme erzählte er: „Nihlathak, bitte versuche mich zu verstehen.. was ich vorhatte, galt einzig und allein dem Fortbestand unserer Heimat. Ich wollte den Tod hunderter, wenn nicht tausender verhindern..“ Relativ ungläubig entgegnete ich ihm: „ Was hätte die Eroberung Harrogaths durch Baal denn für Leben retten können?“ Aust erwiderte:“ Mein Plan war so simpel… wäre Baal in Harrogath eingefallen, wäre der Fluch mit welchem ich ihn belegt habe in Kraft getreten. Er hätte augenblicklich den Status eines Sterblichen erlangt. Man hätte ihn aufhalten können. Doch ich brachte es nicht über mich Harrogath an ihn zu verraten. Bitte… Nihlathak führe fort was ich begann. Zweifle nicht an meinen Motiven – vertraue mir ein allerletztes Mal. Niemand darf jemals etwas hiervon erfahren. Unterstütze Baal in seinem Vorhaben den Weltstein zu besitzen, denn sobald er ihn in seiner Gewalt hat, wird der Fluch wirksam. Aber nur unter einer Vorraussetzung: das Relikt muss ihm von einem Sterblichen mit deinen Fähigkeiten übergeben werden. Das bedeutet, dass nur du ihm das Relikt aushändigen darfst, damit er die Prüfung der Ältesten übergehen kann. Du musst Baal und alle in Harrogath manipulieren…“ Mit diesen Worten verfiel Aust in tiefen Schlaf. Ich nahm seinen beinahe leblosen Körper in meine Arme und trug ihn nach Harrogath. Malah meinte er sei vergiftet worden. Ich glaube das sie dachte ich hätte ihn vergiftet. Entkräften kann ich ihre Meinung allerdings nicht. Die Nacht über drangen aus Malahs Haus schreckliche Schreie durch die Stadt. Aust litt Höllenqualen. Wohl als eine Art Strafe für sein offensichtliches Versagen. Am nächsten Morgen war er tot. Malah konnte nichts mehr für ihn tun. Alle waren sehr bestürzt über sein Ableben und das Gerücht, ich hätte etwas mit seinem Tod zu tun, verbreitete sich wie ein Lauffeuer in der Stadt. 

Langsam machte ich mir ernsthafte Gedanken über das worum mich Aust vor seinem Tod gebeten hat. Es würde das Ende meines bisherigen Lebens bedeuten. Ich dürfte niemals ein Wort von unserem Plan verlauten lassen. Jeder würde mich hassen, als Verräter brandmarken. Doch was hatte ich noch großartig zu verlieren? Alle Welt war der festen Überzeugung ich hätte meinen besten Freund heimtückisch ermordet. So stahl ich mich eines Nachts aus der Stadt um Baal zu finden. Das Experiment war in die zweite Stufe gekommen. 

Nach langem, verzweifeltem Suchen, in dieser Welt und in der Welt des Todes, fand ich Baal. Er war sichtlich erstaunt, dass ich zu ihm gekommen war. „Was willst du von mir Sterblicher?“, fragte er zynisch. Mit leiser Stimme meinte ich zu ihm: „Ich schlage euch ein Tauschgeschäft vor: ihr verschont Harrogath und seine Bewohner, im Gegenzug gebe ich euch das Relikt.“ Baal fand meinen Vorschlag offenbar amüsant und warf mir einen argwöhnischen Blick zu. „Du Narr… wie kommst du auf die Idee, ICH könnte deine Hilfe brauchen? Aber nun gut. Ich willige ein, aber du musst alle aufhalten die mir in die Quere kommen wollen. Mir ist in letzter Zeit nicht nach Spielchen zumute… Wenn einer aus Harrogath oder woher auch immer mir in die Suppe spuckt, dann vernichte ich die Stadt und lasse alle Bewohner eines grauenvollen Todes sterben.“ Was hatte ich jetzt noch für eine Wahl? Ich willigte ein. Als Gegenzug versprach mir Baal die Unterstützung seiner Dämonen. 

Es war nach Mitternacht als ich zu Hause ankam, völlig erschöpft lies ich mich ohne weitere Umschweife ins Bett fallen und schlief augenblicklich ein. In dieser Nacht träumte ich von Aust, erlebte seinen Todeskampf mit. Ich hatte keine Ahnung welche Qualen er auf sich zu nehmen bereit war. 

Deprimiert verbrachte ich die nächsten Tage. Anya mobilisierte eine Meute gegen mich. Ich glaube sie hatte mich beobachtet. Was genau sie jedoch wusste, davon hatte ich keine Vorstellung. Ich mochte Anya immer, doch seit dem Tod ihres Vaters, Aust, ist sie wie ausgewechselt. Ich schätze sie glaubt Malahs Lügen über mich… Ich war bei Anyas Geburt anwesend, ich habe ihre ersten Schritte beobachtet und mich mit Aust und seiner Frau Miho so darüber gefreut. Nun hasst mich Anya ganz offensichtlich. Ich glaube sie wird alles kaputt machen, was ihr Vater sich so penibel ersonnen hatte. 

Am Abend wollte Baal das Relikt ausgehändigt bekommen. So musste ich in den Ratstempel einbrechen. Doch Anya hatte wohl damit gerechnet… Bis auf Aust war der Ältestenrat vollständig anwesend, als ich das Relikt gerade in meinen Händen hielt. Anya sprang aus ihrem Versteck und stellte sich drohend zwischen mir und dem Ausgang. Die Ältesten hatten mich inzwischen umzingelt. Voller Verzweiflung beschwor ich Anya mich gehen zu lassen, da sonst furchtbares geschehen würde. Doch sie ignorierte meine Warnungen und stürzte sich auf mich. In eben diesem Moment tauchte urplötzlich Baal aus dem Dunkel dieser Nacht auf. Wir waren alle dem Herzinfarkt nahe, keiner meiner Ratsbrüder konnte sich bewegen. Baal hat sie alle vergiftet, nur Anya konnte mit dem von mir entwendeten Relikt fliehen. 

Später hörte ich das Rasik, einer der Ältesten es bis zur Stadt geschafft hatte. Er berichtete ich hätte zusammen mit Baal den Rat ermordet…  

Baal war außer sich über den Diebstahl seines Relikts. Er packte mich und verfolgte, mit mir in seinen Klauen, Anya. Bis er sie schließlich am Frostfluss eingeholt hatte. Ich sollte warten, doch ich mochte Anya zu sehr, als das ich sie hätte Baal überlassen können. So suchte ich sie… und fand sie schließlich noch bevor Baal sie fand. Ich meinte zu ihr: “Anya, ich flehe dich an, gib mir das Relikt… gib es mir bevor Baal dich findet.“ Doch Anya antwortete mir voller Hass. ,“ WAS? Ich habe keine Angst vor dir und Baal, sollt ihr doch kommen.. ich hasse dich Nihlathak, du elender Verräter, ich hoffe deine kranke Seele wird für den Rest der Ewigkeit in der Hölle schmoren!“ Ich hatte nun keine Wahl mehr, ich musste ihr das Relikt entwenden… Sie kratzte und biss mich, aber letztendlich überwältigte ich sie und nahm das Relikt an mich. Zu ihrem eigenen Schutz belegte ich sie mit einem Zauber, der sie hier ausharrend, ganze Ewigkeiten binden kann. Sie starrte mich mit weit aufgerissenen Augen an, oder nein, sie starrte vielmehr an mir vorbei zu Baal, der sichtlich erzürnt zu uns herüberstapfte. Um ihn zu besänftigen schrie ich Anya an. Ich werde mir nie verzeihen können, was ich in jenem Moment alles zu ihr sagte. 

Es war wie in einem Alptraum… Soweit hatte mich Baal bereits gebracht. Ich musste Baal schwören, dass niemand jemals etwas von Anyas Grab erfahren würde. Ich bin der Ansicht das Anyas Antipathie Baal gegenüber auf echter Gegenseitigkeit beruht. Er wollte sie dort gefangen sehen, bis ans Ende aller Ewigkeiten. Hätte ich ihr geholfen, hätte Baal sie sofort getötet. 

Als ich wieder in Harrogath war, plagten mich Gewissensbisse, ich fand keine Ruhe in meinem Haus. Heimlich schrieb ich Malah auf einen Zettel das Anya beim Frostfluss gefangen sei… Und trotz all der guten Vorsätze geriet unser Vorhaben aus dem Ruder. Qua-Kehk schickte Mann um Mann in den sicheren Tod. Ich hätte ihm alles berichten können, aber was wäre die Konsequenz daraus gewesen? Hätte Baal mitgespielt? Ich glaube nicht. das Risiko war einfach zu groß. 

Vor den Toren hatten die Dämonen unsere Toten zu Türmen aus Fleisch und Blut aufgestapelt. Es war grauenerregend. Die Luft stank nach verbranntem Fleisch. Die Katapulte der Dämonen schleuderten enthauptete Leichname auf jeden der es wagte die Stadt zu verlassen. 

Eines Tages kam ein fremder in unsere Stadt, ein Totenbeschwörer. Er bereitete mir Kopfzerbrechen… Er war bis jetzt das größte Risiko für unser Überleben. Alle in der Stadt erzählten ihm ihre Lügen über mich. So entschloss ich mich sie alle zu manipulieren, indem ich auf ihr Spiel einging. Was machte das jetzt noch für einen Unterschied… Fortan ging ich dem Fremden aus dem Weg, war feindselig ihm gegenüber, sodass sein Misstrauen geweckt wurde. 

Die Tage wurden kürzer, schnell war das Licht der Sonne schier verloschen und in den Gassen kehrte Finsternis ein. Oft stand ich draußen am Lagerfeuer und grübelte. Viele male dachte ich an Aust und mein Versprechen… und an Anya. Wie sehr hoffte ich, dass der Fremde sie finden und befreien würde. Bis ich eines Tages erfuhr das er Anya gefunden habe und Malah bereits ein Gegenmittel bereit stellte. Einerseits überglücklich das Anya befreit war, andererseits verängstigt darüber das der Fremde nun auf Geheiß von ihr mich bestrafen würde, zog ich mich in meine Zuflucht zurück. In dem festen Glauben ich wäre hier unauffindbar, für alle jene die nach mir trachten, wartete ich. Aber ich war nicht allein, nie allein seit dem Tage an dem ich mit Baal jene Unheil bringende Vereinbarung traf. 

Viele Tage lang verbrachte ich in dieser Kammer. Es roch muffig, die Luft war abgestanden. Das Licht der Kerzen spendete nur spärliche Fetzen Helligkeit. Mit der Zeit begann das Licht schwächer zu werden bis es schließlich vollkommen erlosch. Im Dunkel der Gewölbe vernahm ich Angst erregende Laute. Schritte.. ein Stöhnen. Es wimmelte hier von Dämonen. Sie waren ganz brav. Es war seltsam. Ich stand inmitten dieser Horde voller abscheulicher Geschöpfe und sie gehorchten mir aufs Wort. …Ich schlief gerade, als ein Dämon mir berichtete, dass jemand in meinen Tempel eingedrungen sei. Später stellte es sich heraus, dass es der Totenbeschwörer war. Wir sehr hoffte ich das Baals Dämonen ihn aufhalten würden. Wobei ich zugeben muss, dass es feige von mir war so etwas zu hoffen. 

…Ich putzte mir gerade meinen letzten verbliebenen Zahn, als urplötzliche aus dem Hinterhalt der Fremde sprang. Ich war wirklich erschrocken. Wo kam der nur so schnell her? Und wo waren meine Dämonenhorden?! Im Nachhinein muss ich gestehen, es war eine recht peinliche Situation. So wie ich ihn erblickte, war er auch wieder in der Dunkelheit verschwunden. Aus der Finsternis rief er nur leise: „Nihlathak der Verräter wird jetzt sterben“, und schnalzte dabei frech. Er kam mir wie eine Ausgeburt der Hölle vor, aber ich schätze, dass ich für ihn in etwa das Selbe darstellte. 

In einem Augenblick spürte ich einen stechenden Schmerz. Er durchzog meinen ganzen Körper. Ich konnte mich nicht bewegen, es war als würde mir mein Leben aus dem Körper entzogen… Im nächsten Moment befand ich mich, hm schwer zu beschreiben, aber ich glaube, es war die Hölle. Von überall her drangen schmerzverzerrte Schreie in mein Ohr. Ich war in Harrogath. Aber es war nicht mehr die Stadt, an die ich mich erinnerte. Alles was ich berührte zerfiel zu Staub. Die Gebäude wirkten uralt, es erschien mir alles chaotisch. Aus dem Erdboden ragten versteinert wirkende Wurzeln heraus. Der Himmel war pechschwarz. Die Luft stank nach Tod. Ich wusste zu Anfang nicht was passiert war. Nur langsam erkannte ich was vor sich ging. Irgendwie hatte ich mir die ewige Verdammnis anders vorgestellt. Aber hier war es nicht so, wie man sich die Hölle vorstellt. Ich war zu Hause, in dem einzigen was mir davon geblieben ist… Es war eigenartig, alles erschien wie immer und doch total anders. Nach einiger Zeit ging ich zu Anya’s Haus, öffnete die Tür und sie zerfiel zu Asche. Im Wohnzimmer saß jemand mit dem Rücken zu mir. Ich trat näher heran und erkannte die Person. Es war Aust. Er sah aus wie eines jener armseligen Geschöpfe, die einst vor den Stadtmauern umherirrten. Er saß, nein er hing vielmehr auf diesem Stuhl. Sein augenloses Antlitz drehte sich langsam zu mir. Mit gebrochener Stimme meinte er: „Nihlathak… warum bist du hier? Du darfst nicht an diesem Ort sein. Was machst du hier… in der Hölle?“. Langsam wandte er sein Haupt wieder dem völlig verdreckten Fenster zu. Als würde er durch diese Scheiben etwas sehen können… obwohl er keine Augen mehr in den Höhlungen besaß. Ein Tag nach dem anderen verging. Obwohl man Tag und Nacht nicht eindeutig trennen konnte. Es war immer düster und wirkte kälter, als es jemals zuvor war. Und so ging es endlos weiter. Aust saß immer in diesem Haus und starrte mit unendlicher Beharrlichkeit zu diesem Fenster. Sein augenloses Antlitz verriet keine Emotion, ich glaube er ist dem Wahnsinn verfallen. Wie lange war er dort vollkommen isoliert? Wie lang ist hier ein Tag? Ganze Unendlichkeiten lang… Mit der Zeit spürte ich, wie meine Körperliche Hülle langsam zerfiel.“

Schlupp, unser nekromantischer Held steht nun über den toten Überresten Nihlathaks. Ein etwas enttäuscht wirkendes Lächeln kommt über seine blassen Lippen. Ein kurzes Kramen und die TP Rolle ist zur Hand. Seine Arbeit hier ist getan. Freudig läuft er zu Malah um seine Tat gebührend gewürdigt zu wissen. Diese trommelt alsgleich halb Harrogath zusammen, um diese Nachricht auch ja jedem zu verkünden. Als Anya erfährt das der ihr verhasste Nihlathak durch des Necromancers eigne Hände vernichtet sei, bricht sie in Jubel aus. Dicke Tränen fließen ihre rosigen Wangen hinab, sie ist überglücklich, den vermeintlichen Mörder ihres Vaters Aust, tot zu wissen. Doch trotz all der Freude und des Jubels über Nihlathaks Tod durfte Schlupp doch nicht sein nächstes Ziel vernachlässigen. – Baal, musste weg. 

Schlupp hat indes noch viel Arbeit vor sich. Da Anya das Relikt dem Nihlathak leider auszuhändigen genötigt wurde, muss der Totenbeschwörer die Urahnen selbst im Kampf bezwingen. Dies hört sich leichter an, als es im Endeffekt für Schlupp zu bewerkstelligen ist. Doch mit Hilfe seiner treuen, jedoch nur ein paar tage haltbaren Monster gelingt es ihm schließlich die 3 zu besiegen. Nun steht ihm der Weg zum Weltstein offen. Der schwache Schein seiner Laterne erhellt die düsteren Gemäuer nur spärlich. Aus den dunklen Gängen dringen schwache Laute in sein Ohr. Es ist bitterkalt in den Katakomben. Die Eiskristalle auf dem rötlich Marmorierten Boden funkeln im Licht der Laterne. Sein zerbrechlich wirkender Körper hält dem kalten Luftzug nur unter Anstrengung stand. Die Hände an der Lichtquelle wärmend, stapft er tiefen in die finstren Gewölbe hinab. Nach langem Suchen findet er den Zugang zu Baals Thronsaal. Baal sitzt davor, als hätte er Schlupp bereits erwartet. Mit einem Augenzwinkern schnippt er mit seinen Fingern und Dämonen tauchen wie aus dem Nichts auf. Ein Lautes Lachen ertönt. Baal ist sichtlich erfreut über Schlupps verdutztes Gesicht. Vor dem großen Endkampf muss er noch einmal all seine Kräfte zusammen nehmen um diese Ausgeburten zu vernichten. Als er nun endlich den letzten Schwung zu Bettvorlegern verarbeitet hat, steigt er die vor Kälte erstarrten Stufen zum Thronsaal hinauf. Das rote Licht des Portals taucht die Umgebung in ein dämonisches Antlitz. Sein blasses Gesicht scheint sich in den Verwirbelungen zu reflektieren. Nur zaghaft streckt er seine Hand hindurch um so zu spüren was dahinter sich verbirgt. Offenbar ist es keine feste Materie (in einer Wand zu materialisieren wäre äußerst unpraktisch…), sodass er all seinen Mut fasst und hindurch springt. Für einen Moment von nur Sekundenbruchteilen verzerrt sich seine Realität in diejenige, die Baals Augen schon so viele Äonen lang erblickten. Überwältigt von diesem entsetzlichen Anblick verharrt Schlupp. Baal erkennt und nutzt die Gunst der Stunde und kann so den verdutzten Totenbeschwörer am Schlafittchen packen. Dieser durch das derbe Rucken aus seiner Versteinerung befreit, sogleich eine derart aggressive Gegenwehr startet, dass Baal vor Schreck Schlupps Hemdzipfel aus seinen Klauen gleiten lässt und einige Schritte zurück taumelt. Offenbar des gähnenden Abgrundes hinter sich nicht gewahr, sucht Baal Abstand zu gewinnen… Mit einem Mal der Boden unter des Teufels Füßen schwindet. Mit angsterfüllten Augen starrt er für diesen kurzen Augenblick zu Schlupp, der ein wenig irritiert sein Hemd zu richten versucht. Als der Nekromant erkennt das Baal gerade die Klippe runterzufallen im Gange ist, rennt er so schnell es ihm möglich ist (60fr/w^^) zu Baals letztem bekanntem Aufenthaltsort. Er schaut den Abgrund hinab, und erblickt eine Gestalt die mit jeder Sekunde immer mehr im Dunkel verschwindet. „Baba Baal“ schnurrt er ihm nach. Doch in jenem Moment Baal durch magische Hand nach ihm greift und ihn mit sich in die Tiefe schleift. Schlupp schließt aus Angst vor der Gewissheit seines baldigen Todes die Augen. Er spürt einen dumpfen Schmerz, dann wird alles weich und sanft und still… und dunkel. 

Stunden vergehen, vielleicht auch Tage. Schlupp liegt da unten in der eisigen Finsternis. Nur Baals röcheln dringt in die Stille. Ein plötzlicher Hustenanfall weckt den eben noch ohnmächtigen Schlupp. Sein Sturz durch Baals Körper abgefedert, doch nicht ganz so sanft, ihm 2 gebrochne Rippen beschert. Der sterbende Baal zu ihm empor blickt, zu dieser blassen Gestalt die ihn starr anschaut, gänzlich entsetzt darüber das ein Menschlein ihn vernichten konnte… Nun greift Tyrael ins Geschehen ein. Der Necromancer mit grimmigem Blick, sich leicht abwendend meint, „schön das du auch mal vorbeischaust“, und beginnt in seiner Tasche nach einer TP Rolle zu kramen. Als er sie endlich findet, erschreckt Tyrael ihn fast zu Tode sodass Schlupp die Rolle vor schreck auf den schwarzen Boden fallen lässt. Verärgert sucht er in dieser Stockfinstren Umgebung nach der Rolle, findet nach langem suchen etwas, das sich so anfühlt. Hebt es auf,.. aber es klappt nicht. „Grml, nehm’ ich halt ne neue,. aber was das wohl is,.. hmm,“ murmelt der Nekromant in seinen nicht vorhandenen Bart. Endlich im Sonnenlicht durchfluteten Harrogath angelangt, erblickt er seinen seltsamen Fund. Ein Tagebuch. „Vom wem das wohl is,. hihi ich nehm’s mit und les es heimlich“, surrt er und verschwindet klammheimlich mit dem Schriftstück. 😛 

.. Stunden später. Entsetzt wirft er dieses Zeugnis seiner Ignoranz von sich. Erschüttert über das was er getan hat grübelt er nun wie er zumindest einen Teil davon wieder gut zu machen im Stande sein könnte. „Hm,. erzähl ich denen davon? Klar,. ich hoffe nur die sind davon genauso überzeugt wie ich. Nich das ich noch als Schwindler und Verräter dastehe am Ende..“ grummelt Schlupp. So bringt und zeigt er Nihlathaks Vermächtnis allen in Harrogath die es lesen wollen… Und begibt sich selbst zurück in die Hölle in der er einst gewesen war. Zurück zum Flammenfluss, in die Festung des Wahnsinns,. zurück zu jenem Ort, den er für immer vergessen wollte. Den er verdrängt hat, so tief verdrängt, das nichts ihn bis jetzt wieder in seine Erinnerung hätte bringen können. Doch nur er weiß wie man dahin gelangen kann und wie man von dort wieder auf die andere Seite zu wechseln in der Lage ist. 

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~ von chanelorn - Juni 4, 2010.

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